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Mödlareuth ist ein besonderer Ort deutscher Geschichte. Die Grenze zwischen Bayern und Thüringen verlief mitten durch das Dorf und trennte Ost und West. Wegen der Mauer, die den Ort teilte, wurde Mödlareuth auch als „Little Berlin“ bekannt. Heute erinnert das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth an die deutsche Teilung, ihre politischen Hintergründe und die Lebensgeschichten der Menschen vor Ort.

Für die neu gestaltete Ausstellung im ebenfalls neu gebauten Museum setzte Realtime Visions die Software und Medienbespielung für sämtliche Medienstationen um. Die Ausstellung wurde von facts and fiction gestalterisch entwickelt und projektleitend begleitet. Als technischer Medienpartner realisierte Realtime Visions die Anwendungen, die Medienproduktion sowie die Einrichtung der Systeme vor Ort.

Medien als Teil von Raum und Erzählung

Die neue Ausstellung verbindet historische Objekte, Wandgrafiken, Medieninstallationen und interaktive Vertiefungen zu einem räumlichen Gesamtbild. Realtime Visions überführte das Screendesign von facts and fiction in funktionsfähige Anwendungen und passte die Benutzeroberflächen so an, dass sie sich nahtlos in das gestalterische Konzept der Ausstellung einfügen.

Insgesamt wurden 27 Medienstationen umgesetzt: vom intuitiven Videoplayer über synchronisierte Medienwände bis hin zu explorativen Terminals zur Geschichte des Ortes, zu historischen Ereignissen und zu persönlichen Schicksalen. Mehrsprachigkeit, klare Navigation und eine zurückhaltende UI-Gestaltung unterstützen dabei den Zugang für unterschiedliche Besuchergruppen.

Großdimensionierte Highlights und interaktive Vertiefungen

Zu den medialen Highlights gehören großformatige Auftaktinszenierungen mit synchronisierten Medienwänden, Bewegungssensorik und Raumklang. Aus historischen Bild- und Videodokumenten, ergänzenden Sprechertexten und präzise orchestrierten Monitorbespielungen entstehen eindrucksvolle Einstiege in verschiedene Epochen der deutsch-deutschen Geschichte.

Die in Wandkonstruktionen integrierten Monitore führen im Ruhezustand die Wandgrafik passgenau fort. Sobald sich Besucherinnen und Besucher nähern, werden die Inszenierungen über Bewegungssensoren aktiviert und wechseln von der statischen Gestaltung in eine mediale Erzählung.

Historische Medienobjekte neu bespielt

Einzelne Stationen greifen bewusst die Medienwelt der jeweiligen Zeit auf. So wurde etwa ein historisches TV-Gerät mit moderner Bildschirmtechnik aktualisiert und als authentisch wirkendes Ausstellungsobjekt in die mediale Bespielung eingebunden.

An anderer Stelle entsteht durch einen Stack alter Fernsehgeräte ein dichtes zeitgeschichtliches Bild. Die Medieninhalte knüpfen an vertraute Sehgewohnheiten an und schaffen einen unmittelbaren Bezug zur beschriebenen Epoche.

Explorative Zugänge zur Geschichte

Neben linearen Inszenierungen ermöglichen interaktive Stationen einen vertiefenden Zugang zu Orten, Ereignissen und Biografien. Karten, Bildmaterial, Texte, Videos und Audiobeiträge können über Touchsteuerung oder physische Bedienelemente erkundet werden.

Einige Stationen sind mit Sitzmöglichkeiten verbunden. Die Bedienung erfolgt dort über Buttons in der Sitzkonsole, wodurch sich die Interaktion selbstverständlich in das Möbel und die räumliche Situation integriert. So entstehen ruhige, konzentrierte Momente der Vertiefung innerhalb der Ausstellung.

Software, Medienproduktion und Hexahedron

Die Anwendungen wurden auf Basis der hauseigenen Plattform Hexahedron umgesetzt. Realtime Visions realisierte die Software für sämtliche Medienstationen, bereitete Medieninhalte auf, schnitt Videos, erstellte Animationen und koordinierte die Produktion von Audiospuren über Partner. Auch die Ausarbeitung von UI und UX erfolgte im Rahmen des Gestaltungskonzepts von facts and fiction.

Hexahedron bildet dabei die technische Grundlage für Ausspielung, Synchronisation, Mehrsprachigkeit, Fernwartung und Content-Verwaltung. Inhalte können zuverlässig betrieben, aktualisiert und auf die jeweiligen Stationen abgestimmt werden. Dadurch entsteht ein stabiles System für den dauerhaften Museumsbetrieb.

Das neue Museum wurde im Oktober 2025 im Rahmen eines Festakts eröffnet. Zu den Gästen zählten unter anderem Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der thüringische Ministerpräsident Prof. Dr. Mario Voigt und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Im November 2025 folgte die öffentliche Inbetriebnahme des Neubaus.

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Fakten

Für / Zweckverband Deutsch Deutsches Museum Mödlareuth

Ort / Mödlareuth

Jahr / 2025

Bereich / Interactive Experiences

Services / Software Entwicklung / Mediaaufbereitung / Medienproduktion / Installation / Inbetriebnahme / Fernwartung

Fotos: David Matthiessen